
Wir sind zurück aus Zermatt. An vier Konzerten in drei Tagen haben wir am Zermatt Unplugged den augenzwinkernden Blues zelebriert und – mindestens so wichtig – dieses Wahnsinnsfestival genossen. Ein Wahnsinnsfestival, das nicht nur grosse Namen wie Ms. Lauryn Hill in die Berge bringt, sondern vor allem diverse Talente und Musikperlen, die dann in ungewohnter Atmosphäre relatively unplugged das Publikum beglücken dürfen. Das ist im Idealfall für beide Seiten sehr erquickend und endete in unsrem Fall jeden Tag mit dem Lichteranzünden um halb vier im wunderschönen Club Vernissage. Unsere vier Sets – alle gespielt mit Kontrabass und ohne Turntables & Synths aber mit Skibe – hätten unterschiedlicher nicht sein können. Dienstag mit Matterhorn im Rücken auf atemberaubenden 2888MüM. Die Gäste, zur Hälfte in leuchtfarbenen Skieinteilern und zur anderen Hälfte mit unterländischen Halbschuhen, genossen Café Güx und unsere Songs, verbrannten sich die Nase und waren wohl insgesamt ähnlich positiv irritiert ab der irrwitzigen Zusammenstellung dieses Musikmenus wie wir. Ein Konzert zum nie wieder vergessen.
Die zweite Show im vollgestopften Pink war an Nähe zum Publikum nicht zu überbieten, was bei DJ Arts’ bekannter Body-Percussion-Session durchaus auch beängstigend hätte sein können. Es aber eben niemals war, weil das Publikum uns mit so viel Liebe von den pinken Wänden zurücklachte, das wir nicht anders konnten, als an den Abend einen riesengrossen Smiley zu hängen.
Der Abschluss gestern machte eine Doppelshow vor und nach dem Konzert Lauryn Hills in einem holzwarmen Zirkuszelt mit einem Publikum, das neben der Fugees-Frau durchaus noch viel Energie und Bock hatte auf unsere Grooves & Geschichten.
Das tolle an dem Festival ist: Viele Konzerte sind gratis. Und laden daher zu Entdeckungen ein, was ja etwas vom Tollsten an Musik generell ist: Neue zu entdecken. Hinzu kommt: Die Stadt, die Organisatoren, das Publikum, die Musikerfreunde, die tanzwütigen Zermatterinnen und auch die bereits angeschickert anreisenden englischen Rotschöpfe haben sowas von Respekt und Liebe für Musik und unseren Rum verschlingenden Matrosentrupp, das wir nicht anders konnten, als echt jeden Abend bis Ladenschluss zu raven. Heisst in Zermatt halb vier. Weiterlachen in unserer Wohnung ging danach aber eben auch immer noch. Wenn auch nur, um solche Tage nicht enden zu lassen.
Herzlichen Dank, dass wir dabei sein durften. Gruss raus ans Matterhorn. Und ein exgüse an den Nachbarn unserer Wohnung, den wir die ganzen Nächte gestört haben, worauf er sich mit Bohren um halb 10 Uhr morgens revanchierte. Danke!